Grundsteuerreform 2022 – Fristverlängerung bis 31.01.2023

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Die Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung wurde verlängert

Gute Nachricht für Grundstückseigentümer in Deutschland. Die Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung wurde um drei Monate verlängert. Die neue Abgabefrist ist nun der 31.Januar 2023, dies wurde am 13.Oktober 2022 bei der Finanzministerkonferenz beschlossen.

Neuberechnung der Grundsteuer ab 2025 – Grundbesitz wird neu berechnet

Ab 01.01.2025 tritt eine neue Reform der Grundsteuer mit neuen Steuersätzen in Kraft, da die bisherige Berechnung nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichtes nicht mehr verfassungskonform ist.

Am 10.04.2018 – 1BvL 11/14 u.a. (BVerfG 148, 147) wurde entschieden, dass die Vorschriften zur Einheitsbewertung jedenfalls seit dem Beginn des Jahres 2002 mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz (Art. 3 Abs. 1 GG) unvereinbar sind. Der Gesetzgeber wurde verpflichtet, spätestens bis zum 31.12.2019 eine Neuregelung zu treffen.

 

Grundsteuer-neuberechung

Warum wird die Grundsteuer neu berechnet?

Durch die Reform wird die Grundsteuer komplett neu berechnet und dabei stark vereinfacht. Das Bundesverfassungsgericht hat die bisherigen Berechnungsgrundlagen, die Einheitswerte, als verfassungswidrig eingestuft. Ziel ist es, sie für Bürger und Unternehmen gleichermaßen transparent und gerecht zu gestalten. Bisher war die Berechnung der Grundsteuer relativ kompliziert: Sie hing nicht nur vom Wert der Immobilie ab, sondern auch von Faktoren wie der Lage oder dem Alter des Gebäudes. Auch die Kommunale Hebesätze, also die prozentuale Steigerung durch die jeweilige Gemeinde oder Stadt, spielten eine Rolle bei der Berechnung. Dies hat zur Folge, dass sowohl Bürger als auch Unternehmen oft nicht genau wussten, wie viel Grundsteuer sie eigentlich zahlen mussten – was die Reform ändern soll.

Deshalb gilt: Bis 2024 berechnet sich die Grundsteuer noch nach den Einheitswerten, ab 2025 berechnet sie sich dann nach den neuen Berechnungsgrundlagen, den Äquivalenzbeträgen oder den Grundsteuerwerten. Für Grundstücke wird in Bayern ein wert unabhängiges Flächenmodell umgesetzt. Damit wird im Gegensatz zum Bundesmodell verhindert, dass die Grundsteuer automatisch steigt.

Was benötige ich für die Abgabe der Grundsteuer?

Für die Abgabe der Grundsteuer wird in der Regel ein Steuerformular benötigt. Dieses kann man entweder beim zuständigen Finanzamt oder online bei der jeweiligen Bundesfinanzbehörde herunterladen. Es wird allerdings zur Online – Abgabe (ELSTER) angehalten. Folgende Dokumente und Informationen sollten Sie zur Hand haben:

  • Grundstücksgröße
  • Grundbuchblattnummer (falls zur Hand), Gemarkung, Flur, Flurstück
  • Bei Eigentumswohnungen: Miteigentumsanteil am Grundstück
  • Informationsschreiben, von Ihrem Finanzamt (Steuernummer/Aktenzeichen
  • Bodenrichtwert
  • Genaues Baujahr des Gebäudes (ab einem Baujahr von 1949)
  • Wohn- und Nutzflächenberechnung
  • Anzahl der Garagenstellplätze
  • Kontaktdaten der Eigentümerinnen und Eigentümer und deren Anteile am Eigentum.

Die Neuberechnung der Grundsteuer ab 2025

Die Bundesländer konnten sich nicht einheitlich auf das, von der Bundesregierung, vorgeschlagene Besteuerungsmodell einigen. Nun gibt es vier verschiedene Arten der Neuberechnung. Je nach Grundsteuermodell sind verschiedene Angaben in den jeweiligen Bundesländern erforderlich. Wir haben für Sie eine Übersicht erstellt, auf welches Modell für Ihr Bundesland zutrifft.

Grundsteuerreform-Berechnungsmodelle-Bundesmodell-Flächenmodell-Bodenwertmodell

Bundesmodell:

Schleswig – Holstein, Mecklenburg – Vorpommern, Bremen, Brandenburg, Berlin, Sachsen – Anhalt, Thüringen, Rheinland – Pfalz und Nordrhein – Westfalen haben sich für das von der Regierung vorgeschlagene Bundesmodell geeinigt. Für das Bundesmodell werden zusätzlich die Nettokaltmiete, die Anzahl der Wohnungen, sowie die Immobilienart erfasst.

Bundesmodell mit Abweichungen:

Sachsen und das Saarland haben sich für eine abgewandelte Form des Bundesmodells entschieden. Hierbei sind die Steuermesszahlen für Wohngrundstücke im Vergleich zum herkömmlichen Bundesmodell reduziert worden.

Flächenmodell:

Bayern, Hessen und Niedersachsen entschieden sich für ein weniger aufwendiges Flächenmodell. Hierbei spielt das Alter der Immobilie keine Rolle. Es basiert überwiegend auf der Fläche des Grundstückes und dem Gebäude, sowie der Wohnfläche und der Nutzung der Immobilie.

Bodenwertmodell:

Baden – Württemberg hat sich als einziges Bundesland für das Bodenwertmodell und somit für das unkomplizierteste Modell entschieden. Die Eigentümer der Immobilien in Baden – Württemberg benötigen für die Abgabe der Grundsteuererklärung, vergleichsweise wenig Daten. Bei dieser Art werden lediglich die Grundstücksfläche mit dem Bodenrichtwert multipliziert.

Informationsportale der Bundesländer zur Abgabe der Grundsteuer

Was geschieht, wenn ich die Abgabe der Grundsteuererklärung versäume?

Eine verspätete Abgabe der Grundsteuererklärung, kann zu einem Versäumniszuschlag von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer führen, in jedem Fall mindestens 25 Euro.
Bei Verweigerung der Datenübergabe kann Ihr zuständiges Finanzamt ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro erteilen und im Anschluss die notwendigen Daten selbst schätzen.

Was ändert sich für mich?

Die Grundsteuerreform wird für viele Eigentümer eine Ersparnis bringen. In Ballungsgebieten wie München oder Berlin könnte es allerdings auch zu Steuererhöhungen kommen. Wie hoch die Steuerlast für Sie als Eigentümer künftig ausfallen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So wird zum Beispiel die Lage Ihrer Immobilie eine Rolle spielen. Auch die Art der Immobilie wird berücksichtigt – so zahlen Sie beispielsweise mehr Grundsteuer, wenn Sie ein Haus besitzen im Gegenzug zu einer Eigentumswohnung. Insgesamt ist die Grundsteuerreform aber positiv für die meisten Eigentümer. Denn sie entlastet die Bürger in den ländlichen Gebieten, wo die Grundsteuer bisher relativ hoch war. Zudem ermöglicht sie den Kommunen, ihre Steuersätze selbst festzulegen und so den Bedürfnissen der jeweiligen Gemeinde anzupassen.

Wie kann ich meine Grundsteuer selbst berechnen?

Bis zum 31.12.2024 ist die Formel für die Berechnung Ihrer Grundsteuer noch folgende:

Einheitswert x Grundsteuermesszahl x Hebesatz = Grundsteuer


Einheitswert:

Den Einheitswert können Sie dem Einheitswertbescheid entnehmen, oftmals unter „Aktenzeichen der Bewertungsstelle“. Die Ausstellung eines Einheitswertbescheides erfolgt über Ihr zuständiges Finanzamt.

Grundsteuermesszahl:

Die Grundsteuermesszahl entnehmen Sie Ihrer Grundsteuererklärung, den Sie in jährlichen Intervallen von Ihrer Gemeinde erhalten.

Hebesatz:

Beim Hebesatz gibt es drei unterschiedliche Arten, je nach Nutzung der Fläche wird einer der drei Grundsteuer Hebesätze verwendet. Für alle Haushalte und Unternehmen wird eine Grundsteuer berechnet.

Grundsteuer – Hebesatz A: land- und forstwirtschaftliche Flächen (agrarisch)
Grundsteuer-Hebesatz B: für sonstige Grundstücke (baulich)
Grundsteuer-Hebesatz: für Gewerbesteuer

Das „A“ steht für „agrarisch“. Die Grundsteuer A gilt für Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft.
Das „B“ steht für „baulich“. Die Grundsteuer B umfasst die in einer Gemeinde liegenden bebauten und unbebauten Grundstücke – also alles, was nicht Land- und Forstwirtschaft ist.

Stadt

Ansbach

Erlangen

Fürth

Gunzenhausen

München

Nürnberg

Oberasbach

Roth

Schwabach

Stein

Würzburg

Zirndorf

Hebesatz A

380

300

350

385

535

332

280

340

300

370

340

330

Hebesatz B

380

425

555

370

535

555

330

340

450

450

475

360

Gewerbesteuer

380

440

440

320

490

467

300

360

390

400

420

300

Fazit – lohnt sich die Reform für mich?

Abschließend lässt sich sagen, dass die geplante Grundsteuerreform für viele Menschen eine finanzielle Entlastung bedeuten soll. Zusammengefasst sollen die Steuerzahlenden nicht mehr oder weniger Grundsteuer zahlen als zuvor. Allerdings sollte man sich gut informieren, ob und wie sehr man von der Reform profitieren wird. Denn je nach Wohnort und Immobilienbesitz kann es auch zu Mehrkosten kommen.

Das hängt vor allem vom neu errechneten Einheitswert des Grundstücks ab. Hier können durch die unterschiedlichen Berechnungsmodelle der jeweiligen Bundesländer Unterschiede entstehen.

FAQ´s

Grundsteuer A wird für den Grundbesitz von forst- und landwirtschaftlichen Betrieben erhoben. Das „A“ steht für „agrarisch“.

Grundsteuer B fällt auf bebaute und unbebaute Grundstücke an. Das „B“ steht für „baulich“.

Diese Form der Grundsteuer soll mit der geplanten Grundsteuerreform im Jahr 2025 eingeführt werden.

In der Regel wird die Grundsteuer pro Quartal vom Finanzamt berechnet zum 15. Februar, 15. Mai, 15.August und 15. November. Es besteht die Möglichkeit, Vorauszahlungen zu leisten oder einen Jahresbeitrag zu bezahlen, hierfür muss ein Antrag gestellt werden.

Ja, die Grundsteuer zählt zu den umlagefähigen Nebenkosten. Vermieter können in der Betriebskostenabrechnung, die Grundsteuer auf die Mietenden umlegen.

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